Basic Atembewusstsein!

Warum ein neues Atembewusstsein entwickeln?

P1020319Das Leben eines Menschen beginnt mit einer Einatmung und endet mit einer tiefen Ausatmung. Du hast deinen eigenen unbewussten Atemrhythmus, von dem du dich leiten und tragen lässt. Grundsätzlich könnte das eventuell genügen. Weshalb also ein neues Atembewusstsein entwickeln? Der Atem ist stets der Spiegel deiner körperlichen und psychischen Verfassung sowie Rhythmus des Lebens. Was wäre, wenn der Atem Einfluss auf deine Befindlichkeit nehmen könnte? Wie zum Beispiel, indem du durch eine bewusste Atemübung deine gegenwärtige Stimmung umwandelst und sie ausbalancierst?

Wann verändere ich mein Leben? Meistens nur dann, wenn mich in meinem Leben etwas dazu bewegt, ich also einen konkreten Anlass dafür habe; beispielsweise weil ich mich in einer Depression befinde, Dauerstress mich begleitet oder weil Ängste mir meinen Mut nehmen. Wenn mich mein gegenwärtiges Leben so fordert, dass ich mich fremdgesteuert oder hilflos fühle, dann suche ich nach Veränderungen. Und wo fange ich da am besten an? Bei mir selbst! Denn ich allein trage für mein Leben die Verantwortung. Und das ist eine große Chance, mein Leben positiv zu verändern. Die körpereigenen Ressourcen dabei zu nutzen ist eine sehr direkte und allgegenwärtige Möglichkeit, sich selbst zu fördern. Und der Atem könnte auch als Tor verwendet werden zum Dasein im „Hier und Jetzt“. An dieser Stelle macht es eventuell Sinn, ein neues Atembewusstsein zu entwickeln.

Zunächst noch ein paar wissenswerte Details:

  • Die Innenoberfläche der Lunge bemisst sich auf 80 bis 120 m² und in der Regel nutzen wir davon nur 10%. Das heißt, von ca. 750 Millionen Lungenbläschen wird lediglich jedes zehnte Bläschen gebraucht.
  • Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel im Körper und zugleich trennt diese Muskel-Sehnen-Platte den Brustraum vom Bauchraum. Dadurch wirkt das Zwerchfell wie eine Schleuse im Körperinnenraum auf die Blutgefäße, die Speiseröhre und die Nervenbahnen, die das Zwerchfell passieren müssen.
  • Im Schnitt atmen wir täglich 23.000- mal ein sowie aus. Unser Gehirn verarbeitet ungefähr 80% des eingeatmeten Sauerstoffs. 70% aller Abfallstoffe des Körpers werden über die Atmung ausgeschieden, 20% über die Haut und 10% über die unteren Ausscheidungsorgane.
  • Durch bewusstes, langsames und tiefes Ausatmen ist das Lymphsystem im Stande, den Reinigungsprozess bis zum Zehnfachen zu beschleunigen.
  • Nach einer bewussten, langsamen und vertieften Ausatmung folgt eine intensive, entspannte Einatmung. Diese kann den durchschnittlichen Atemzug von 0,5 Liter auf bis zu 3,5 Liter Luft pro Atemphase ausdehnen. Natürlich ist die Ausdehnung des Atemzugs abhängig von Größe, Geschlecht und Trainingszustand sowie den Einschränkungen der jeweiligen Person.
  • Im Durchschnitt erreicht der Mensch nach maximaler Einatmung eine maximale Ausatmung von 4 bis 6 Liter Luft. Im Alter kann dieser Wert auf unter 2 Liter Luft abfallen. Leistungsschwimmer erreichen einen Wert von 8 bis 9 Litern und Apnoetaucher sogar von 10 bis 12 Litern Luft bei maximaler Ausatmung.
  • Der Atem hat die Wortbedeutung Odem, Leben oder Sein und bezeichnet die Luftmenge, sowie die Art und Weise des Luftholens (Atemzug). Die Atmung bezeichnet alle damit verbundenen Stoffwechselvorgänge, die im Körper stattfinden. Die Begriffe „Atem“ und „Atmung“ werden im alltäglichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet.

Die Wirkmechanismen des bewussten Atems:

  • Die körpereigene Massage, die durch das Zwerchfell zwischen Brustraum und Bauchraum auf zahlreiche Körperorgane einwirkt, regt die Durchblutung der Rumpforgane an. Folglich wird auch dadurch deren Funktion entlastet sowie verbessert, wie zum Beispiel die Peristaltik (Eigenbewegung) des Magen-Darm-Traktes.
  • Das Herz wird durch die verschiedenen Atembewegungen in seinen Aufgaben unterstützt, Blut in den Körper- und Lungenkreislauf zu pumpen. Gleichzeitig wirken Übungen wie die Bauchatmung, die Lippen-Atembremse, die einfache Tiefenatmung oder andere Atemtechniken regulierend auf das Strömungsverhalten des Blutes.
  • Die Stoffwechsellage im gesamten Organismus wird durch die lebhafte Atemvertiefung korrigierend beeinflusst. Es verändert sich dabei deutlich die Sauerstoffversorgung der Organe sowie der Kohlendioxidspiegel und die Ionenkonzentration (ph-Wert) im Blutkreislauf.
  • Das unwillkürliche Nervensystem mit dem Wachbewusstsein und dem Schlafbewusstsein wird in dem Zusammenspiel optimiert. Auch der Herzschlag sowie der Blutdruck können durch entspannte, tiefe Einatemphasen gesenkt und gleichzeitig die Gefäße erweitert werden. In diesem Fall wird der Vagus-Nerv angeregt und das wirkt sich auf Stress-Situationen spürbar positiv aus.
  • Körpergefühle, Gedanken und Emotionen werden schärfer und deutlicher im „Hier und Jetzt“ wahrgenommen und verhelfen daher zu mehr Klarheit über sich selbst. Demnach hat die Atem-Motorik einen tiefgreifenden Einfluss auf die Bewusstseinsvorgänge des Menschen.

Gut, dann leg doch mal los und starte geradewegs durch. Eventuell am Morgen, tagsüber oder auch am Abend kann dein Atem dein Leben verändern und bereichern. Erforsche in dir das, was verborgen ist und entdecke das bereits Vorhandene.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s